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Ariane 5
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top
| Ariane 5 ECA [ 1 ] | Ariane 5 ECA [ 1 ] |
|---|---|
| Eine Ariane 5 ECA vor dem Start | Eine Ariane 5 ECA vor dem Start |
| Typ | schwere TrÀgerrakete |
| Betreiber | Europaische Weltraumorganisation ESA |
| Hersteller | ArianeGroup |
| Raketenfamilie | Ariane |
| Status | Produktion eingestellt |
| Aufbau | Aufbau |
| Höhe | 50,5 m |
| Durchmesser | 5,4 m |
| Startmasse | 780 t |
| Stufen | 2 |
| Booster | 2 |
| Typ | Feststoffbooster |
| Höhe | 31,6 m |
| Triebwerk | je 1Ă EAP P241 |
| Treibstoff | HTPB |
| Brenndauer | 140 s |
| Maximalschub | je 7.080 kN |
| Typ | FlĂŒssigkeitsraketentriebwerk |
| Triebwerk | Vulcain |
| Treibstoff | LH 2 , LOX |
| Brenndauer | 540 s |
| Typ | FlĂŒssigkeitsraketentriebwerk |
| Triebwerk | Aestus / HM-7 |
| Treibstoff | LH 2 , LOX |
| Brenndauer | 945 s |
| Starts | Starts |
| Erststart | 4. Juni 1996 [ 2 ] |
| letzter Start | 5. Juli 2023 [ 3 ] |
| Starts | 117 [ 4 ] |
| Erfolge | 112 |
| Teilerfolge | 3 [ 3 ] |
| FehlschlÀge | 2 [ 3 ] |
| Startplatz | Raumfahrtzentrum Guayana |
| NutzlastkapazitÀt | NutzlastkapazitÀt |
Die Ariane 5 war eine europÀische TrÀgerrakete aus der Ariane-Serie, die im Auftrag der ESA entwickelt wurde und von 1996 bis 2023 im Einsatz war. Sie war die bis dahin leistungsfÀhigste europÀische TrÀgerrakete und ermöglichte es, schwere Nutzlasten in Erdumlaufbahnen und Fluchtbahnen zu befördern. Als Nachfolgemodell ging 2024 mit mehreren Jahren VerspÀtung die Ariane 6 in Betrieb.
Contents
âą Technik
âą Versionen
âą Ariane 5G+
âą Ariane 5GS
âą Ariane 5 ECA
âą Ariane 5 ES ATV
âą Starts
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Konzept und Anwendungen
WĂ€hrend der Konferenz in Den Haag im November 1987 bewilligte der ESA-Ministerrat die Entwicklung eines ersten europĂ€ischen SchwerlasttrĂ€gers, um fĂŒr die immer gröĂer werdenden Telekommunikationssatelliten gewappnet zu sein. Zu diesem Zeitpunkt konnte die ESA bereits auf einen langen, erfolgreichen Einsatz der Ariane-Reihe zurĂŒckblicken.
Das Ziel bei der Entwicklung der Ariane 5 war eine mit einem Gesamtgewicht von bis zu 6,8 Tonnen 60 % höhere Nutzlast fĂŒr eine geostationĂ€re Transferbahn (GTO) bei nur 90 % der Kosten einer Ariane 44L. Dies entspricht einer Verringerung der Kosten pro Masse-Einheit um 44 %.
Einen weiteren Anwendungsbereich der Ariane 5 sollte der europĂ€ische Raumgleiter Hermes darstellen. Der Raumgleiter sollte mit einer eigenen europĂ€ischen Rakete gestartet werden können. Hermes wĂ€re von der Rakete auf einer suborbitalen Bahn ausgesetzt worden, welche die RaumfĂ€hre mit eigenem Antrieb in eine erdnahe Umlaufbahn angehoben hĂ€tte. Das Projekt wurde jedoch 1993 eingestellt. WĂ€hrend der Entwicklung des NASA X-38 Crew Return Vehicles war die Ariane 5 fĂŒr eine weiterentwickelte Variante dieses Raumfahrzeugs im GesprĂ€ch.cite-ref-5[5] 2014 kamen Ăberlegungen bei der ESA auf, den in der Entwicklung befindlichen US-Raumgleiter Dream Chaser mit der Ariane 5 zu starten.cite-ref-esa-signs-agreement-2014-6-0[6]
Durch den Aufbau der Ariane 5 mit einer bewusst sehr niedrig gehaltenen Anzahl von Triebwerken sollte eine sehr hohe ZuverlĂ€ssigkeit erreicht werden. Obwohl Hermes nie gebaut wurde, wurde eine bemannte Nutzung der Ariane 5 nicht ausgeschlossen. Die angestrebte ZuverlĂ€ssigkeit der Rakete lag mit 99 % fĂŒr eine einstufige Variante eine GröĂenordnung höher als bei der Ariane 4, die nur fĂŒr Satellitenstarts entwickelt worden war und viele Triebwerke besaĂ. FĂŒr die zweistufige Variante waren 98,5 % anvisiert. Entsprechend groĂ war die EnttĂ€uschung, als die Ariane 5 gleich beim Erstflug einen Fehlstart erlitt, wĂ€hrend ihre VorgĂ€ngerin erfolgreich weiter flog.
Mit der Ariane 5 wurden hauptsÀchlich Kommunikationssatelliten in eine geostationÀre Transferbahn gebracht.
Entwicklung und Vertrieb
Die Ariane 5 wurde von Raumfahrtunternehmen aus den ESA-Mitgliedstaaten im Auftrag der ESA entwickelt. Dabei stellte jeder Mitgliedstaat, der sich an dem Projekt beteiligen wollte, finanzielle Mittel zur VerfĂŒgung. Die Industrie des jeweiligen Staates bekam dann EntwicklungsauftrĂ€ge entsprechend dem Anteil der BeitrĂ€ge des Staates. Die ESA lieĂ das Projekt von der französischen Raumfahrtbehörde CNES durchfĂŒhren, welche die technische Leitung, das Finanzmanagement und die Verteilung der AuftrĂ€ge an die einzelnen Unternehmen in den Partnerstaaten ĂŒbernahm. Die Startgesellschaft Arianespace musste deshalb die Einzelteile der Rakete bei den von der ESA ausgewĂ€hlten Unternehmen bestellen und auch von den dafĂŒr ausgewĂ€hlten Unternehmen montieren lassen.
Nach dem Fehlstart beim ersten Flug der Ariane 5 ECA im Jahr 2002 wurde dieses komplizierte System abgeschafft und die EADS Space Transportation (spĂ€ter EADS-Tochter Astrium Space Transportation, heute Airbus Defence and Space) zum Hauptauftragnehmer ernannt. Die Airbus Defence and Space baute seitdem die Raketen komplett aus den von ihr und den Partnerfirmen hergestellten Einzelteilen zusammen und war fĂŒr die FunktionsfĂ€higkeit der kompletten Raketen verantwortlich. Sie lieferte die Raketen nach der Endabnahme an ihren Kunden Arianespace.
FĂŒr die ersten drei Starts waren ESA und CNES direkt verantwortlich, spĂ€ter ĂŒbernahm Arianespace die Vermarktung. Die Rakete wurde auch internationalen Kunden zum Start ihrer Satelliten gegen Entgelt (ca. 180 Millionen Dollar) angeboten. Die meisten Starts entfielen auf diese Kunden, dagegen startete die ESA durchschnittlich nur etwa 1â2 mal pro Jahr Nutzlasten mit der Ariane 5.
Die Entwicklungskosten der Ariane 5 betrugen etwa 5,8 Milliarden Euro (6,7 Milliarden US-Dollar). Direktor des Ariane-Programms war der deutsche Raumfahrtingenieur Horst Holsten.
Technik
Die auf Hermes optimierte GrundausfĂŒhrung der Ariane 5 heiĂt Ariane 5G (gĂ©nĂ©rique). Sie bestand auscite-ref-7[7]:
âą zwei Feststoffboostern (Bezeichnung EAP P238). Diese Booster bestanden jeweils aus drei Segmenten, waren etwa 30 m lang (24,75 m SegmentlĂ€nge), hatten einen Durchmesser von 3,05 m und eine WandstĂ€rke von 8,1 mm und fassten jeweils 238 Tonnen Festtreibstoff. Sie lieferten ca. 92 % des gesamten Schubs beim Start. Das oberste Segment der Booster war das kĂŒrzeste und wurde schon im italienischen Colleferro befĂŒllt. Im Gegensatz zu den beiden anderen lĂ€ngeren Segmenten (die erst am Startplatz befĂŒllt wurden) war es als Sterninnenbrenner ausgelegt. Es lieferte daher beim Start besonders viel Schubkraft, die nach dem Abbrennen der Spitzen des Sterns stark zurĂŒckging. Das mittlere und das untere Segment waren dagegen als Innenbrenner ausgelegt. Ihr Schub stieg mit dem Abbrennen von innen nach auĂen langsam an, da die AbbrandflĂ€che sich mit der Zeit vergröĂerte. Die Segmente wurden bis 2004 zusammengesteckt. Jede Verbindung wurde mit einem O-Ring abgedichtet und mit 180 Scherbolzen mit 24 mm Durchmesser gesichert. Ab 2006 wurden sie in einer ElektronenstrahlschweiĂanlage vakuumverschweiĂt. Die Booster hatten ein vorgegebenes, sich laufend verĂ€nderndes Schubprofil mit durchschnittlich 4400 kN Schub, das auf maximal 6650 kN stieg. Die Brennzeit betrug 130 Sekunden, danach wurden sie abgeworfen. Der Treibstoff APCP bestand zu 14 % aus hydroxyl-terminiertem Polybutadien (HTPB), zu 18 % Aluminiumpulver und zu 68 % Ammoniumperchlorat.cite-ref-8[8] Die BoostergehĂ€use produzierte die Firma MT Aerospace AG in Augsburg aus Stahl. Die Booster wurden in einigen FĂ€llen zur QualitĂ€tskontrolle mit einem in der Nasenkappe befindlichen zweistufigen FallschirmrĂŒckkehrsystem ausgerĂŒstet, wodurch nach dem Einsatz eine Bergung aus dem Meer möglich war.cite-ref-9[9]
âą einer sehr groĂen Hauptstufe (Bezeichnung EPC H158). Ihr Leergewicht betrug dank extremer Aluminium-Leichtbauweise nur 12,5 Tonnen. Das Material war so dĂŒnn, dass die Rakete unter ihrem eigenen Gewicht zusammengebrochen wĂ€re, falls man die Stufe leer aufgerichtet hĂ€tte. StabilitĂ€t erlangte sie erst durch den eingefĂŒllten Treibstoff bzw. Druckgas. Sie war 30,5 m hoch, hatte einen Durchmesser von 5,4 m und fasste 158 Tonnen Treibstoff. Diese Stufe hatte nur ein Triebwerk, das durch die Verbrennung von flĂŒssigem Wasserstoff und Sauerstoff 605 Sekunden lang einen Schub von 1180 kN lieferte und damit nicht genug Schub erzeugte, um die Rakete ohne die Booster abheben zu lassen. Die Hauptstufe wurde von Airbus Defence and Space (vormals EADS Astrium-Space Transportation) in Les Mureaux, Frankreich produziert. Die Tanks der Hauptstufe wurden aus der benachbarten Fabrik von Cryospace zugeliefert. Das Vulcain-Triebwerk der Hauptstufe wurde von einem Konsortium EuropĂ€ischer Triebwerksfirmen unter der FĂŒhrung von SEP produziert.
Zum Start der Rakete zĂŒndete zunĂ€chst nur das Haupttriebwerk. Nachdem die Computer es auf FunktionsfĂ€higkeit ĂŒberprĂŒft hatten und das Triebwerk auf volle Leistung hochgefahren worden war, wurden nach sieben Sekunden die Feststoffbooster gezĂŒndet und die Rakete hob ab. Wenn vor dem Abheben Probleme mit dem Haupttriebwerk festgestellt wurden, konnte es ohne jeglichen Schaden abgeschaltet werden. Dagegen können Feststoffbooster nach dem ZĂŒnden prinzipbedingt nicht mehr abgeschaltet werden, was diese ZĂŒndungssequenz erklĂ€rt.
âą Auf der Hauptstufe saĂ die in einer Ringstruktur untergebrachte Steuerungseinheit, die den Flug der Ariane 5 steuerte und ĂŒberwachte. Unmittelbar auf diesem Ring sollte ursprĂŒnglich der Raumgleiter Hermes sitzen und nach der Abtrennung von der Hauptstufe mit Hilfe seiner eigenen Triebwerke die Umlaufbahn erreichen.
⹠Damit die Ariane 5 auch Satelliten in eine Geotransferbahn (GTO) bringen konnte, wurde eine relativ kleine Oberstufe (Bezeichnung EPS L9.7) entwickelt, die im Ring der Steuerungseinheit angebracht wurde. Diese Stufe fasste 9,7 Tonnen Treibstoff, der in vier kugelförmigen Tanks untergebracht war. Sie besaà ein druckgasgefördertes Triebwerk, das wÀhrend einer Brennzeit von bis zu 1100 Sekunden Monomethylhydrazin mit Distickstofftetroxid verbrannte. Das Druckgas Helium war in zwei kleineren kugelförmigen Tanks untergebracht. Die Stufe wurde ebenfalls von Airbus Defence and Space (vormals EADS-Astrium Space Transportation) in Bremen produziert. Das Aestus-Triebwerk wurde vom Werk der Airbus Defence and Space (vormals EADS-Astrium Space Transportation) in Ottobrunn zugeliefert.
Nutzlastverkleidungen
Es standen drei unterschiedlich lange Nutzlastverkleidungen zur VerfĂŒgung, die von RUAG Space in der Schweiz hergestellt wurden. Durch ein pyrotechnisches Trennsystem spalteten sich die Nutzlastverkleidungen lĂ€ngs wie auch entlang der Unterkante auf und wurden abgeworfen, wenn der Luftwiderstand in ca. 110 km Höhe die Fracht nicht mehr beschĂ€digen konnte.
âą Die kurze Nutzlastverkleidung war 12,7 m lang. Ihr nutzbares Volumen betrug 125 m3 und war zusammen mit allen Doppelstartvorrichtungen einsetzbar.
âą Die mittellange Nutzlastverkleidung war 13,8 m lang. Ihr nutzbares Volumen betrug 145 m3. Sie war zusammen mit der Doppelstartvorrichtung Sylda einsetzbar.
âą Die lange Nutzlastverkleidung war 17 m lang. Ihr nutzbares Volumen betrug 200 m3. Sie war ebenfalls zusammen mit der Doppelstartvorrichtung Sylda einsetzbar.
âą RUAG entwickelte eine noch lĂ€ngere Nutzlastverkleidung fĂŒr die Ariane 5 ME mit 18,9 m LĂ€nge fĂŒr einen Einsatz ab dem Jahr 2017.cite-ref-payload-volume-10-0[10] Mit dem Einstellen der Entwicklung der Ariane 5 ME im Dezember 2014 (s. u.) gab es hierfĂŒr keinen Bedarf mehr.
Daneben gab es noch Distanzringe, die ebenfalls von RUAG Space gefertigt wurden und zur VerlĂ€ngerung aller zur VerfĂŒgung stehenden Verkleidungen eingesetzt werden konnten. Die VerlĂ€ngerung betrug 50 bis 200 cm, was einem Volumen von 8 bis 33 mÂł entsprach. Diese Ringe wurden unterhalb der Nutzlastverkleidung eingebaut und verblieben auf der Rakete.
Doppelstartvorrichtungen
Um zwei gröĂere Satelliten bei einem Start in die Umlaufbahnen befördern zu können, setzte Arianespace Doppelstartvorrichtungen ein, wobei zwei verschiedene Typen verwendet wurden. Jeder der beiden Typen war in mehreren Versionen erhĂ€ltlich. Sie wurden von Airbus Defence and Space (vormals EADS-Astrium Space Transportation) in Bremen hergestellt.
Der erste Typ namens Speltra war ein unten offener Zylinder, der mit 5,4 m Durchmesser denselben Durchmesser wie die Rakete hatte. Die Speltra wurde ĂŒber den bereits zuvor auf der Oberstufe der Ariane 5 befestigten Satelliten gestĂŒlpt. Danach wurde auf der Speltra der zweite Satellit befestigt und ĂŒber diesem die Nutzlastverkleidung angebracht. Die Nutzlastverkleidung saĂ damit auf der Speltra. Die Speltra war fĂŒr unterschiedlich groĂe Satelliten in zwei verschiedenen LĂ€ngen erhĂ€ltlich: Die kurze Speltra war 5,7 m lang und hatte ein nutzbares Volumen von 75 mÂł, die lange war 7 m lang und hatte ein nutzbares Volumen von 100 mÂł.
Der Vorteil der Speltra war, dass die in ihr transportierten Satelliten die gleiche maximale Breite besitzen durften wie die Satelliten, die direkt unter der Nutzlastverkleidung transportiert wurden.
Der zweite Typ namens Sylda5 â kurz Sylda â war ein unten offener Zylinder mit 4,6 m Innendurchmesser, der sich innerhalb der Nutzlastverkleidung befand. Er war aus CFK gefertigt und konnte leicht gebaut sein, da er keinen aerodynamischen KrĂ€ften widerstehen musste. Sechs unterschiedlich lange Versionen von 4,9 bis 6,4 m LĂ€nge und 50 bis 65 m3 nutzbarem Volumen waren verfĂŒgbar. Der zweite Satellit wurde auf der Sylda montiert und konnte nur noch den restlichen innerhalb der Nutzlastverkleidung zur VerfĂŒgung stehenden Raum ausfĂŒllen.
Auch eine VergröĂerung der Sylda wegen der steigenden Satellitenvolumen wurde von Arianespace angeregt.cite-ref-payload-volume-10-2[10]
Die Sylda wurde von einer Ă€hnlichen Struktur in der Ariane 4 abgeleitet und eingefĂŒhrt, weil die meisten Satelliten nicht so breit waren, dass eine Speltra benötigt wurde. Das gegenĂŒber der Speltra eingesparte Gewicht kam voll der Nutzlast zugute, weil die Doppelstartvorrichtung erst nach dem Aussetzen des oberen Satelliten in der Umlaufbahn abgestoĂen wurde. Da die Sylda schwerere Nutzlasten erlaubte, wurde seit dem Ende der TestflĂŒge nur noch diese verwendet.
Adapter fĂŒr Zusatznutzlasten
Zuletzt gab es noch die ASAP-5 (engl. Ariane Structure for Auxiliary Payloads, dt. etwa âAriane-Struktur fĂŒr Zusatz-Nutzlastâ), eine von EADS Astrium entwickelte und gebaute Halterung fĂŒr Mini- oder Mikrosatelliten. Sie basierte ebenfalls auf einer Ă€hnlichen Struktur der Ariane 4, wurde aber (wie bei der Ariane 4) eher selten benutzt â bisher bei den FlĂŒgen V135, V138, V165, V187 und ohne zu transportierende Satelliten als Ballast bei V193. Die Montage erfolgte bei Doppelstarts in oder ĂŒber der Speltra bzw. Sylda, ansonsten unterhalb der PrimĂ€rnutzlast.cite-ref-12[12]
Versionen
Vor dem Erstflug der Ariane 5 ging man davon aus, dass sie nur Satelliten starten wĂŒrde. Die Ariane 4 beherrschte zu dem Zeitpunkt etwa die HĂ€lfte des weltweiten kommerziellen Satellitenstartmarktes und man wollte diese Position mit der Ariane 5 weiter ausbauen. Daneben stieg die Masse der kommerziellen Kommunikationssatelliten kontinuierlich an, sodass man befĂŒrchtete, Ariane 5 werde bald nach ihrer MarkteinfĂŒhrung keine Doppelstarts mehr durchfĂŒhren können. Deshalb beschloss die ESA noch vor dem ersten Start ein Leistungssteigerungsprogramm. Zuerst war eine deutliche VergröĂerung der EPS-Oberstufe geplant, damit sie mehr Treibstoff aufnehmen könnte. Auch ein neues turbopumpengefördertes Triebwerk sollte diese verĂ€nderte Stufe erhalten. Jedoch scheiterte dieser Vorschlag an der Sperrung der Entwicklungskosten durch Deutschland.cite-ref-bernd-leitenberger2-13-0[13]
WĂ€hrend der ESA-Ministerratskonferenz im Oktober 1995 in Toulouse wurde das Erweiterungsprogramm Ariane-5E (Evolution) gebilligt, um den Markt fĂŒr die gröĂer werdenden Nutzlasten im Telekommunikationsbereich zu sichern. Darin waren die leistungsfĂ€higeren TrĂ€ger Ariane 5 ECA, Ariane 5 ECB und die Ariane 5 ES geplant.
Bis diese zur VerfĂŒgung standen, wurden mit der Ariane 5G+ und Ariane 5GS zwei leicht modifizierte Versionen entwickelt, die eine leicht gesteigerte NutzlastkapazitĂ€t hatten und stĂ€rker auf die Anforderungen von Raumsonden- und Satellitenstarts optimiert waren.
Ariane 5G+
Die Ariane 5G+ unterschied sich von der Ariane 5G nur dadurch, dass die EPS-Stufe leicht modifiziert wurde, um die Treibstoffmenge um 250 kg zu erhöhen. AuĂerdem wurden weitere VerĂ€nderungen vorgenommen, um die Stufe wiederzĂŒndbar zu machen und lĂ€ngere Freiflugphasen zu ermöglichen. WĂ€hrend der Freiflugphasen rotierte die neue, EPS L10 genannte Oberstufe mit der darauf befindlichen Nutzlast um ihre LĂ€ngsachse und verteilte so die Sonnenstrahlung gleichmĂ€Ăiger auf der OberflĂ€che. Dadurch wurde eine Ăberhitzung einer Seite der Stufe und der Nutzlast und das AuskĂŒhlen ihrer anderen Seite vermieden, da sonst ein Temperaturunterschied von 200 K zwischen den beiden Seiten hĂ€tte auftreten können. Dieses Verfahren wird in der Raumfahrt als âBarbecue-Modeâ bezeichnet (englisch fĂŒr âGrill-Modusâ).
Ariane 5GS
Die Ariane 5GS hatte neben der wiederzĂŒndbaren EPS-L10-Oberstufe auch neue Feststoffbooster. Diese waren im Rahmen des Performance-2000-Programms im Auftrag (und auf Kosten) von Arianespace entwickelt worden. Das Programm hatte zum Ziel, die NutzlastkapazitĂ€t der Ariane 5 durch kleine Verbesserungen zu steigern, und lief schon vor dem Leistungssteigerungsprogramm der ESA an. Die EAP-P241-Booster hatten eine um drei Tonnen erhöhte Treibstoffzuladung im obersten der drei Segmente und eine verlĂ€ngerte SchubdĂŒse aus leichterem Material, um die Schuberzeugung in groĂen Höhen zu verbessern und das Gewicht zu senken. Dadurch stieg der durchschnittliche Schub auf 5060 kN und der Maximalschub auf 7080 kN.
Die aus dem Evolution-Programm adaptierte Hauptstufe war etwas schwerercite-ref-bernd-leitenberger2-13-1[13] und verwendete ein Vulcain-1B-Triebwerk, eine modifizierte Version des Vulcain-1-Triebwerks der Ariane 5G und 5G+. Diese Kombination lieferte allerdings so viel weniger Leistung als die alte Hauptstufe mit Vulcain 1, dass die verstĂ€rkten Booster diesen Leistungsverlust nicht voll ausgleichen konnten. Nach wirtschaftlichen Aspekten schien dies jedoch die âbessereâ Lösung zu sein, als weiterhin die alte Hauptstufe zu fertigen.
Ariane 5 ECA
Die Ariane 5 ECA konnte mit 10,9 Tonnen (anfangs 9,6 Tonnen) deutlich schwerere Nutzlasten als ihre VorlĂ€uferversionen befördern. Der Zusatz ECA steht fĂŒr Evolution Cryotechnique Type A. Sie verfĂŒgte ĂŒber eine modernisierte erste Stufe mit dem neuen Vulcain-2-Triebwerk und der neuen kryogenen Oberstufe ESC-A (Etage SupĂ©rieur Cryotechnique Type A â kryogene Oberstufe Typ A).
Die modernisierte Hauptstufe mit dem neukonstruierten schubgesteigerten Vulcain-2-Triebwerk enthielt durch eine Verschiebung des Tankzwischenbodens 173 Tonnen Treibstoff und hieĂ EPC H173.
Die neue Oberstufe ESC-A H14,4 verwendete das in der dritten Stufe der Ariane 4 eingesetzte Triebwerk HM-7B, das einen höheren Schub als die bisherige Oberstufe lieferte und nicht wiederzĂŒndbar war. Dadurch konnten schwerere Nutzlasten und mehr Treibstoff mitgefĂŒhrt werden. Die Treibstoffzuladung lag jetzt bei 14,6 Tonnen. Durch die Verwendung von Wasserstoff als VerbrennungstrĂ€ger lag die NutzlastkapazitĂ€t der Ariane 5 ECA bei 9,6 Tonnen Nutzlast bei einem Einzelstart und 9,1 Tonnen bei einem Doppelstart. Sie war damit erheblich höher als die der bisherigen Ariane 5, bei nur leicht angestiegenen Herstellungskosten.
Die Ariane 5 ECA sollte durch Leistungssteigerungen Ende 2010 bei Doppelstarts eine Nutzlast von 9,2 Tonnen und Ende 2011 von 9,5 Tonnen erreichen. [Veraltet - was wurde aus dieser Planung?]cite-ref-14[14] Der bis auf eine VerlĂ€ngerung ebenfalls nahezu unverĂ€ndert von der Ariane 4 ĂŒbernommene Tank fĂŒr den Oxidator (Sauerstoff) wurde vom neuen, nahezu halbkugelförmigen Treibstofftank fĂŒr den Wasserstoff umgeben. Dieser hatte die Form einer dicken Kugelschale, so dass es zwischen ihm und dem Sauerstofftank einen Zwischenraum gab.cite-ref-15[15] Die Stufe hatte einen Durchmesser von 5,4 Metern. Die Steuerungseinheit saĂ nun auf der Oberstufe und war strukturell leichter als die bei den EPS-Oberstufen eingesetzte Version, weil sie nicht mehr die in ihr sitzende Stufe tragen musste. Zur ESC-A-Stufe gehörte auch der Teil des Zwischenstufenadapters, der die SchubdĂŒse des HM-7B-Triebwerks umschloss. Bei der Stufentrennung verblieb dieser Teil der Oberstufe zur Gewichtsreduzierung auf der EPC und nur die eigentliche Oberstufe flog weiter. Die Ariane 5 ECA wurde deshalb primĂ€r als Zwischenlösung bis zum Erscheinen der inzwischen gestrichenen Ariane 5 ECB fĂŒr Starts in geostationĂ€re Transferbahnen (GTO) entwickelt.
Auch der Erstflug der Ariane 5 ECA am 11. Dezember 2002 scheiterte. Als Ursache wurde ein strukturelles Versagen der DĂŒse des Vulcain-2-Triebwerks festgestellt. Eine Folge des Fehlschlags war, dass der fĂŒr den 13. Januar 2003 geplante Start der Rosetta-Mission verschoben werden musste, da das Risiko eines Totalverlustes nun als zu hoch eingeschĂ€tzt wurde. In der nach dem Fehlstart modifizierten Ariane 5 ECA wurde ein verbessertes Vulcain-2-Triebwerk verwendet, bei dem die DĂŒse verstĂ€rkt und etwas verkĂŒrzt wurde. ZusĂ€tzlich wurde der KĂŒhlmitteldurchsatz erhöht und sie erhielt einen speziellen WĂ€rmeschutz aus Zirkoniumoxid. Die verbesserten Triebwerke wurden â auch wegen der Fehlfunktion beim Erstflug â in einer neuen Vakuumkammer des DLR in Lampoldshausen getestet. Ein groĂer Teil des fĂŒr die Requalifizierung der Ariane 5 ECA benötigten Geldes soll fĂŒr die Errichtung dieser PrĂŒfstĂ€nde ausgegeben worden sein.
Ein Rahmenvertrag ĂŒber 30 Ariane 5 (Produktionslos PA) im Gesamtwert von drei Milliarden Euro wurde im Mai 2004 abgeschlossen. Er sollte es ermöglichen, die Produktion zu rationalisieren und die Ariane 5 ECA gegenĂŒber der russischen Konkurrenz zu stĂ€rken. Der erfolgreiche zweite Start der Ariane 5 ECA erfolgte am 12. Februar 2005. Einer AbsichtserklĂ€rung von 2007 folgend bestellte Arianespace im Januar 2009 weitere 35 Ariane 5 ECA (Produktionslos PB) fĂŒr ĂŒber 4 Milliarden Euro beim Hauptauftragnehmer EADS-Astrium. Diese wurden ab Ende 2010 eingesetzt, nachdem die Ariane 5 des Produktionsloses PA verbraucht waren.cite-ref-16[16] Die Lieferung weiterer 18 Ariane 5 ECA wurde im Dezember 2013 mit dem EADS-Astrium vereinbart. Diese wurden von 2017 bis 2019 eingesetzt. Der Auftragswert der Vereinbarung lag bei ĂŒber 2 Milliarden Euro.cite-ref-17[17]
Ariane 5 ES ATV
Diese Version der Ariane 5 diente zum Transport des europĂ€ischen Versorgungsschiffs Automated Transfer Vehicle (ATV) zur ISS. Das unter Druck stehende ATV lieferte Fracht, Wasser, Stickstoff, Sauerstoff und Treibstoff. AuĂerdem hob es die Raumstation an, um dem Absinken durch den Bremseffekt der AtmosphĂ€re entgegenzuwirken, und transportierte Abfall ab.
Insgesamt konnte die Ariane 5 ES ATV bis zu 21 Tonnen Nutzlast in einen erdnahen Orbit transportieren. Die Rakete hatte als erste Stufe die EPC H173 mit dem verbesserten Vulcain-2-Triebwerk und als zweite Stufe eine speziell fĂŒr die EinsĂ€tze mit dem ATV modifizierte Version der wiederzĂŒndbaren EPS-Oberstufe â die EPS-V â, auf der das ATV angebracht wurde.
Die EPS-V-Oberstufe wurde bei einem typischen Flug insgesamt dreimal gezĂŒndet. Die erste ZĂŒndung erfolgte nach dem Ausbrennen der ersten Stufe. Danach wurde die zweite Stufe abgeschaltet und es begann eine ballistische Flugphase im elliptischen Transferorbit. Im ApogĂ€um wurde das Triebwerk ein zweites Mal gezĂŒndet, um in dieser Höhe auf einen annĂ€hernd kreisförmigen niedrigen Erdorbit zu wechseln. Mit der dritten ZĂŒndung wurde die Stufe nach der Abtrennung des ATV so weit abgebremst, dass sie in eine elliptische Erdumlaufbahn eintrat, deren PerigĂ€um in der AtmosphĂ€re lag. Beim Durchgang durch das PerigĂ€um verglĂŒhte sie dann in der ErdatmosphĂ€re.
Das ATV hob nach der Abtrennung von der EPS-V-Oberstufe seine Bahn mit seinen eigenen Triebwerken bis zum ISS-Orbit an.
Ariane 5 ES Galileo
Diese Version war eine fĂŒr den Transport von Satelliten in mittelhohe Kreisbahnen angepasste Version der Ariane 5 ES ATV. Sie brachte jeweils vier Satelliten des EuropĂ€ischen Satellitennavigationssystems Galileo auf einmalcite-ref-galileo-1-18-0[18] in ihre 23.616 km hohen Kreisbahn mit 56° Inklination zum Ăquator.cite-ref-19[19] Die Ariane 5 ES Galileo bestand aus der EPC-H173-Erststufe mit einem Vulcain-2-Triebwerk, zwei EAP-241-Boostern und einer speziell fĂŒr die Missionen mit Galileo-Satelliten angepassten wiederzĂŒndbaren EPS-Oberstufe mit dem AESTUS-Triebwerk.cite-ref-20[20]
Die vier Satelliten wurden fĂŒr den Transport an einer Starthalterung montiert. Dabei befanden sich alle Satelliten in der gleichen Ebene in Winkeln von 90° zueinander an vier Seiten der Halterung.cite-ref-21[21] Nach Erreichen der Umlaufbahn wurden sie paarweise zur Seite hin abgestoĂen, ehe die Oberstufe deaktiviert wurde.
EADS-Astrium wurde am 2. Februar 2012 mit der Entwicklung der Ariane 5 ES Galileo beauftragt.cite-ref-galileo-1-18-1[18] UrsprĂŒnglich 2014 geplant, erfolgte der Erstflug mit der Flugnummer VA233 am 17. November 2016.
Planung einer Ariane 5 ME (Ariane 5 ECB)
Die Kosten fĂŒr einen zweiten Testflug der Ariane 5 ECA und die Nachbesserung der TrĂ€gerrakete fĂŒhrten dazu, dass die Entwicklung der noch stĂ€rkeren Oberstufe ESC-B fĂŒr die Version Ariane 5 ECB im Jahr 2003 vorerst nicht weiter betrieben wurde. Nach dem erfolgreichen zweiten Testflug der Ariane 5 ECA im Februar 2005 wollte die EADS die Entwicklung der Ariane 5 ECB aufgeben, da sie schĂ€tzte, dass die nach den damaligen Planungen bei 12 Tonnen liegende GTO-NutzlastkapazitĂ€t der Ariane 5 ECB die Anforderungen des kommerziellen Satellitenstartmarktes ĂŒbersteigen wĂŒrde und deshalb die relativ hohen Entwicklungskosten wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen wĂ€ren. Diese Meinung revidierte die EADS im Februar 2006, und der Chef der EADS Space Transportation sprach in einem Interview mit der FTD von einem Fehler. Da jedoch die ESA die Entwicklung der Ariane 5 finanzierte, wurde die endgĂŒltige Entscheidung ĂŒber diese VorschlĂ€ge vom Ministerrat der ESA getroffen. Bei der Tagung des ESA-Ministerrates im Dezember 2005 fiel keine offizielle Entscheidung ĂŒber die Ariane 5 ECB. So ruhte die Entwicklung der ESC-B-Oberstufe. Stattdessen wurden Projektstudien ĂŒber ein zukĂŒnftiges europĂ€isches TrĂ€gersystem beschlossen. Damals wurde vermutet, dass diese Studien zur Entwicklung eines neuen TrĂ€gersystems, mit dem Zwischenschritt der ESC-B-Oberstufe fĂŒr die Ariane 5, fĂŒhren. Auch beim Treffen des ESA-Ministerrates im Dezember 2008 fiel keine Entscheidung zur Ariane 5 ECB, das Vinci-Triebwerk wurde jedoch weiterentwickelt. EndgĂŒltig sollte beim Ministerratstreffen 2011 ĂŒber die Ariane 5 ECB entschieden werden.cite-ref-22[22]cite-ref-eentwicklungen-23-0[23]cite-ref-bernd-leitenberger-24-0[24]cite-ref-esa-signs-contract-for-a-high-trust-demonstrator-25-0[25]
Die ESA vergab jedoch schon im Dezember 2009 einen Auftrag fĂŒr Vorentwicklungsarbeiten an der neuen Oberstufe und anderen Modernisierungen an EADS-Astrium. Diese Arbeiten liefen unter der Bezeichnung âAriane 5 Midlife Evolution (Ariane 5 ME)â.cite-ref-26[26]cite-ref-27[27] Als Folge der mehrjĂ€hrigen Verzögerungen stiegen die Kosten fĂŒr die Entwicklung der ESC-B-Oberstufe stark an. Als die Entwicklung 2003 angehalten wurde, waren dafĂŒr noch 699 Millionen Euro vorgesehen. Der Entwurf fĂŒr die Wiederaufnahme ging von 1,1 Mrd. Euro aus. Dazu wĂ€ren noch die Mittel gekommen, die zwischen 2003 und 2011 aufgewendet wurden.cite-ref-28[28] TatsĂ€chlich wurde beim Treffen des ESA-Ministerrates am 20.â21. November 2012 jedoch nur beschlossen, die Entwicklung der Ariane 5 ME fortzusetzen und mit Studien der Ariane 6 abzugleichen, um möglichst viele der Entwicklungen fĂŒr beide TrĂ€ger nutzen zu können. 2014 sollte dann das Ariane-5-ME- und Ariane-6-Programm endgĂŒltig gemeinsam gestartet werden.cite-ref-29[29] Dazu erhielt EADS-Astrium von der ESA 2013 einen Auftrag ĂŒber 108 Millionen Euro zur Festlegung der genauen Bauweise der Ariane 6 und zur Fortsetzung der Arbeiten an der Ariane 5 ME.cite-ref-30[30] Beim Ministerratstreffen der ESA im Dezember 2014 wurde die Entwicklung einer Ariane 6 bewilligt,cite-ref-31[31] die vom Konzept her zwischen der Ariane 5 ME und der bisher vorgesehenen Ariane 6 gelegen hĂ€tte.cite-ref-32[32]
Studie zu einer Superschwerlastvariante
Ariane 5 Heavy Lift Derivates ist eine Studie der CNES aus dem Jahre 1991. Es wurde die mögliche Leistungssteigerung der TrĂ€gerrakete erörtert. Die erste Stufe hat einen Durchmesser von 8,2 Metern und ist mit fĂŒnf Vulcain-II-Triebwerken ausgestattet. Die zweite Stufe hat einen Durchmesser von 5,4 Metern und ist mit einem wiederzĂŒndbaren Vulcain-Triebwerk mit 700 kN Schub ausgestattet. Die mögliche NutzlastkapazitĂ€t betrĂ€gt 90 Tonnen in den LEO und 35 Tonnen in den Mondorbit. In der Studie wird angemerkt, dass die Entwicklung der Ariane 5 Heavy Lift Derivates trotz des Einsatzes erprobter Technologien mit hohen Kosten verbunden wĂ€re.cite-ref-bernd-leitenberger-24-1[24]
Vergleichstabelle
| Raketentyp | Raketentyp | Ariane 5G | Ariane 5G+ | Ariane 5GS | Ariane 5ES | Ariane 5ECA | Ariane 5ME |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Status | Status | ausgemustert | ausgemustert | ausgemustert | ausgemustert | ausgemustert | gestrichen |
| EntwickÂlungsÂzeitraum | von | 1987 | 1995 | 1995 | 1995 | 1995 | 1995 |
| EntwickÂlungsÂzeitraum | bis | 1996 | 2003 | 2005 | 2007 | 2002 | Abbruch 2014 |
| LĂ€nge | LĂ€nge | 54 m | 54 m | 54 m | 59 m | 53 m | 62 m |
| Durchmesser | Durchmesser | 5,4 m | 5,4 m | 5,4 m | 5,4 m | 5,4 m | 5,4 m |
| Startmasse | Startmasse | 750 t | 750 t | 753 t | 775 t | 777 t | 798 t |
| Startschub | Startschub | 11.500 kN | 11.500 kN | 11.629 kN | 11.800 kN | 11.800 kN | 11.800 kN |
| Startbeschleunigung | Startbeschleunigung | 5,55 m/sÂČ | 5,55 m/sÂČ | 5,66 m/sÂČ | 5,45 m/sÂČ | 5,41 m/sÂČ | 5,01 m/sÂČ |
| Max. Nutzlast [ Ar5 2 ] | LEO | 18.000 kg | 19.000 kg | 20.000 kg | 20.250 kg | 16.000 kg | 21.000 kg |
| Max. Nutzlast [ Ar5 2 ] | GTO | 6.100 kg | 6.300 kg | 6.500 kg | 8.000 kg | 10.900 kg [ Ar5 3 ] | 12.500 kg |
| Booster [ Ar5 4 ] | Booster [ Ar5 4 ] | 2 P | 2 P | 2 P | 2 P | 2 P | 2 P |
| Erster Start | Erster Start | 4. Juni 1996 | 2. MĂ€rz 2004 | 11. Aug. 2005 | 9. MĂ€rz 2008 | 11. Dez. 2002 | (kein Start) |
| Letzter Start | Letzter Start | 27. Sep. 2003 | 18. Dez. 2004 | 18. Dez. 2009 | 25. Juli 2018 | 5. Juli 2023 | (kein Start) |
| FlĂŒge | FlĂŒge | 16 | 3 | 6 | 8 | 84 | 0 |
| Fehlstarts | Fehlstarts | 1 + 2 TeilÂerÂfolge | 0 | 0 | 0 | 1 + 1 TeilÂerÂfolg | 0 |
| ZuverlÀssigkeit | ZuverlÀssigkeit | 87,5 % | 100 % | 100 % | 100 % | 98,2 % | - |
Anmerkung:
cite-note-src-331. Daten Ariane 5
cite-note-leogto-342. LEO = Erdnahe Umlaufbahn, GTO = Transferbahn zur geostationÀren Umlaufbahn
cite-note-va237-353. Arianespace: Flight VA237: On mission that boosts global connectivity for ViaSat and Eutelsat, the 79th successful launch by Arianespaceâs Ariane 5 sets a new performance record and orbits its first all-electric satellite, 1. Juni 2017, abgerufen am 7. Juni 2017 (englisch)
cite-note-booster-364. P = Feststoffbooster
| Raketentyp | Ariane 5G | Ariane 5G+ | Ariane 5GS | Ariane 5ES | Ariane 5ECA | Ariane 5ME |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Status | ausgemustert | ausgemustert | ausgemustert | ausgemustert | ausgemustert | gestrichen |
| Feststoffbooster | Feststoffbooster | Feststoffbooster | Feststoffbooster | Feststoffbooster | Feststoffbooster | Feststoffbooster |
| Stufenname | EAP P238 | EAP P238 | EAP P241 | EAP P241 | EAP P241 | EAP P241 |
| Triebwerk | P238 | P238 | P241 | P241 | P241 | P241 |
| LĂ€nge (m) | 31 | 31 | 31 | 31 | 31 | 31 |
| Durchmesser (m) | 3 | 3 | 3 | 3 | 3 | 3 |
| Masse ( t ) | 270 | 270 | 273 | 273 | 273 | 273 |
| Schub Ă (max.) ( kN ) | 4400 (6650) | 4400 (6650) | 5060 (7080) | 5060 (7080) | 5060 (7080) | 5060 (7080) |
| Brennzeit ( s ) | 130 | 130 | 140 | 140 | 140 | 140 |
| Treibstoff | NH 4 ClO 4 / Al , HTPB (Feststoff) | NH 4 ClO 4 / Al , HTPB (Feststoff) | NH 4 ClO 4 / Al , HTPB (Feststoff) | NH 4 ClO 4 / Al , HTPB (Feststoff) | NH 4 ClO 4 / Al , HTPB (Feststoff) | NH 4 ClO 4 / Al , HTPB (Feststoff) |
| Hauptstufe | Hauptstufe | Hauptstufe | Hauptstufe | Hauptstufe | Hauptstufe | Hauptstufe |
| Stufenname | EPC H158 | EPC H158 | EPC H158 modifiziert | EPC H173 | EPC H173 | EPC H173 |
| Triebwerk | Vulcain 1 | Vulcain 1 | Vulcain 1B | Vulcain 2 | Vulcain 2 | Vulcain 2 |
| LĂ€nge (m) | 30,5 | 30,5 | 30,5 | 30,5 | 30,5 | 30,5 |
| Durchmesser (m) | 5,4 | 5,4 | 5,4 | 5,4 | 5,4 | 5,4 |
| Masse ( t ) | 170,5 (leer 12,2) | 170,5 (leer 12,2) | 170,5 (leer 12,5) | 185,5 (leer 14,1) | 185,5 (leer 14,1) | 185,5 (leer 14,1) |
| Schub am Boden ( kN ) | 815 | 815 | 815 | 960 | 960 | 960 |
| Schub Vakuum ( kN ) | 1180 | 1180 | 1180 | 1350 | 1350 | 1350 |
| Brennzeit ( s ) | 605 | 605 | 605 | 540 | 540 | 540 |
| Treibstoff | LOX / LH 2 | LOX / LH 2 | LOX / LH 2 | LOX / LH 2 | LOX / LH 2 | LOX / LH 2 |
| Oberstufe | Oberstufe | Oberstufe | Oberstufe | Oberstufe | Oberstufe | Oberstufe |
| Stufenname | EPS L9.7 | EPS L10 | EPS L10 | EPS L10 | ESC-A H14,4 | ESC-B H28,2 |
| Triebwerk | Aestus | Aestus | Aestus | Aestus | HM-7B | Vinci |
| LĂ€nge (m) | 3,4 | 3,4 | 3,4 | 3,4 | 4,7 | ? |
| Durchmesser (m) | 3,96 * | 3,96 * | 3,96 * | 3,96 * | 5,4 | 5,4 |
| Masse ( t ) | 10,9 (leer 1,2) | 11,2 (leer 1,2) | 11,2 (leer 1,2) | 11,2 (leer 1,2) | ca. 19,2 (leer ca. 4,6) | (Treibstoff 28,2) |
| Schub max. ( kN ) | 27 | 27 | 27 | 27 | 64,8 | 180 |
| Brennzeit ( s ) | 1100 | 1170 | 1170 | 1170 | 970 | 610 (+30 bei 130 kN Schub) [ 33 ] |
| Treibstoff | N 2 O 4 / CH 6 N 2 | N 2 O 4 / CH 6 N 2 | N 2 O 4 / CH 6 N 2 | N 2 O 4 / CH 6 N 2 | LOX / LH 2 | LOX / LH 2 |
| Verwendung fĂŒr: | FĂŒr Hermes optimierte Grundversion beschrĂ€nkte Freiflugphasen, beschrĂ€nkt wiederzĂŒndbar. | Verbesserte Oberstufe kann jetzt lange Freiflugphasen und ist wiederzĂŒndbar. Dadurch u. a. Raumsondenstarts möglich. | Modifizierte leistungsschwĂ€chere Hauptstufe, gleicher Oberstufentyp, modernere stĂ€rkere Booster. | VerstĂ€rkte Struktur fĂŒr das schwere ATV . Optimiert fĂŒr langen Einsatz und viele ZĂŒndungen. | Neue Oberstufe nicht wiederzĂŒndbar, keine Freiflugphasen. Entwickelt als Ăbergangslösung bis zum Erscheinen der Ariane ECB. Optimiert fĂŒr Starts in eine geostationĂ€re Transferbahn . | Neue Oberstufe, modernstes Triebwerk, lange Freiflugphasen, wiederzĂŒndbar. FĂŒr alle EinsĂ€tze bis 5 Stunden Dauer. |
* Sitzt in der Instrumenteneinheit von 5,4 m Durchmesser
âą ELA-3 = L'Ensemble de Lancement Ariane = Dritter Startplatz der Ariane
âą EAP = Ătage d'AccĂ©lĂ©ration Ă Poudre = Feststoffbooster
âą EPC = Ătage Principal Cryotechnique = Kryogene Hauptstufe
âą EPS = Ătage Ă Propergols Stockables = Oberstufe mit lagerbarem Treibstoff
âą ESC-A = Ătage SupĂ©rieur Cryotechnique de type A = Kryogene Oberstufe des Typs A
âą ESC-B = Ătage SupĂ©rieur Cryotechnique de type B = Kryogene Oberstufe des Typs B
Starteinrichtungen
Alle Starts der Ariane 5 fanden vom Raumfahrtzentrum Guayana in Kourou, Französisch-Guayana, statt. FĂŒr den Start der Ariane 5 wurde ein eigener Startplatz â ELA-3 â mit dazugehörigen Einrichtungen fĂŒr die Startvorbereitungen eingerichtet, um bis zu zehn Starts pro Jahr zu ermöglichen. Die gesamten Startvorbereitungen dauerten 21 Tage. Um den Aufwand am Startplatz gering zu halten, wurde â im Gegensatz zur Ariane 4 â die Nutzlast bereits sechs Tage vor dem Start in die Rakete eingebaut. Die Rakete wurde ungefĂ€hr 30 Stunden vor dem Start zur Rampe befördert.
Durch das vereinfachte Startkonzept wurden groĂe Startrampen zur Versorgung der Rakete mit Treibstoff nicht benötigt. Daneben verringerte sich die AnfĂ€lligkeit fĂŒr Störungen vor dem Start.
Im fĂŒr die Startvorbereitungen vorgesehenen Bereich befanden sich vier HauptgebĂ€ude:
âą Im BĂątiment dâIntĂ©gration Propulseur (BIP) wurden die Feststoffbooster montiert und ĂŒberprĂŒft;
âą im BĂątiment dâIntĂ©gration Lanceur (BIL) wurde die Hauptstufe auf dem beweglichen Starttisch aufgerichtet und die Booster angebracht;
âą im BĂątiment dâAssemblage Final (BAF) wurden die Nutzlastvorrichtungen montiert und aufgerichtet, die Tanks der Oberstufe befĂŒllt (nicht bei kryogenen Oberstufen) und die letzten elektrischen ĂberprĂŒfungen durchgefĂŒhrt;
⹠im Startzentrum Centre de Lancement n°3 (CDL-3) fanden die Startoperationen statt.
Im Jahr 2000 wurde ein zweiter beweglicher Starttisch dem Startkomplex hinzugefĂŒgt. 2001 wurde auf 3.000 mÂČ eine neue Anlage (S5) zur Abfertigung von bis zu vier Nutzlasten gleichzeitig errichtet. Envisat war der erste Satellit, der sie nutzte.
Startvorbereitungen und Start in eine geostationÀre Transferbahn (GTO)
Die Startvorbereitungen begannen damit, dass etwa 1â2 Monate vor dem geplanten Start die Hauptstufe, die Oberstufe und die Nutzlastverkleidung, in ĂŒbergroĂe Container verpackt, per Schiff im Hafen von Kourou ankamen. Von dort wurden sie in ihren Transportcontainern auf Tiefladern in den Weltraumbahnhof gebracht.
Am nĂ€chsten Tag begann die Montage. Die Hauptstufe wird aus ihrem Transportcontainer gehoben. Vertikal am Kran hĂ€ngend wurde sie ĂŒber den Starttisch gefahren. Am nĂ€chsten Tag wurden die bereits montierten Feststoffbooster herangefahren und links und rechts an der Hauptstufe befestigt.
Die beiden in Transportcontainern verpackten Satelliten, die bei diesem Start transportiert werden sollten, wurden jeweils in einem eigenen GroĂraum-Transportflugzeug (meistens Antonow An-124) auf dem Flughafen von Cayenne angeliefert. Von dort wurden sie zum Weltraumbahnhof gebracht. Hier wurden die Satelliten entladen, technisch ĂŒberprĂŒft und zum Schluss meistens mit Treibstoff betankt.
WĂ€hrenddessen gingen die Montagearbeiten an der Rakete weiter.
⹠Bei der Ariane 5GS wurde als nÀchster Schritt der Ring mit der Steuerungseinheit auf der Hauptstufe montiert. Am nÀchsten Tag folgte die EPS-Oberstufe, die im Instrumentenring befestigt wurde.
⹠Bei der Ariane 5 ECA wurde vor Flug V179 als nÀchster Schritt die ESC-A-Oberstufe auf der Hauptstufe montiert und am nÀchsten Tag auf ihr die Instrumenteneinheit. Ab dem Flug V179 wurde die ESC-A-Oberstufe und die Instrumenteneinheit bereits zu einer Einheit zusammenmontiert von Astrium in Bremen angeliefert und auf die Hauptstufe montiert, sodass die Montage der Ariane 5 ECA beschleunigt und vereinfacht wurde.
Dann wurde die Rakete vom BIL ins BAF ĂŒberfĂŒhrt, wo die kombinierten Vorbereitungen von Rakete und Nutzlast begannen. Der erste Satellit wurde auf der Doppelstartvorrichtung montiert. Ăber ihn wurde die Nutzlastverkleidung montiert. Danach wurde der zweite Satellit auf der Oberstufe montiert. Ăber ihn wurde die Kombination aus Nutzlastverkleidung, Satellit und Doppelstartvorrichtung gestĂŒlpt. Nun wurde noch â wenn vorhanden â die EPS-Oberstufe mit 10 Tonnen lagerfĂ€higem Treibstoff betankt. AnschlieĂend rollte die Rakete aus dem BAF zur Startrampe und der etwa 11 Stunden dauernde Countdown konnte beginnen.
Der Countdown diente hauptsĂ€chlich dazu, die Hauptstufe, und â wenn vorhanden â die ESC-A-Oberstufe mit flĂŒssigem Sauerstoff und Wasserstoff zu betanken und alle wichtigen Systeme nochmals zu testen. sieben Minuten vor dem Start ĂŒbernahm der Computer die Kontrolle. Wenn der Countdown Null erreicht, zĂŒndete das Triebwerk der Hauptstufe und wurde auf maximalen Schub hochgefahren. Nachdem es die volle Schubkraft erreicht hatte, wurde es vom Computersystem auf korrekte Funktion ĂŒberprĂŒft. Wenn alles OK ist, zĂŒndeten die Feststoffbooster und erreichen innerhalb von 0,3 Sekunden ihre volle Schubkraft. Die Rakete hob ab. Wenige Sekunden nach dem Abheben ging sie vom senkrechten Aufstieg in einen schrĂ€gen Aufstieg in Richtung Atlantik ĂŒber. Etwa 120 Sekunden nach dem Abheben waren die Feststoffbooster ausgebrannt und wurden abgesprengt. Etwa 180 Sekunden nach dem Start flog die Rakete in ĂŒber 100 km Höhe. Die Nutzlastverkleidung wurde abgeworfen und fiel in den Atlantik. Angetrieben von ihrem Haupttriebwerk und mit dem Schwung, den sie durch ihre Feststoffbooster erfahren hatte, stieg die Rakete weiter auf eine Gipfelhöhe von etwa 130 km. Dann sank sie, fast parallel zur ErdoberflĂ€che beschleunigend, wieder auf etwa 115 km ab. Bei der Ariane 5 GS war die Hauptstufe nach 605 Sekunden ausgebrannt und wurde abgetrennt. Die Stufe umkreiste fast einmal die Erde und trat vor der WestkĂŒste SĂŒdamerikas wieder in die ErdatmosphĂ€re ein. Bei der Ariane 5 ECA und ESV war die Hauptstufe hingegen schon nach 590 Sekunden ausgebrannt und wurde abgetrennt, flog auf einer parabelförmigen Bahn ĂŒber einen Teil des Atlantiks und ging bereits vor der WestkĂŒste Afrikas nieder.
Nach der Abtrennung der Hauptstufe zĂŒndete die EPS- oder ESC-A-Oberstufe und beschleunigte weiter. Bei der Ariane 5 GS erreichte die EPS-Oberstufe samt ihrer Nutzlast nach weiteren ĂŒber 1100 Sekunden Brennzeit in etwa 1000 Kilometern Höhe die geostationĂ€re Transferbahn. Bei der Ariane 5 ECA erreicht die ESC-A-Oberstufe mit ihrer Nutzlast nach weiteren etwa 970 Sekunden Brennzeit in etwa 600â700 Kilometern Höhe die geostationĂ€re Transferbahn. Nun wurde die Oberstufe mit der auf ihr sitzenden Nutzlast neu ausgerichtet und der oben auf der Doppelstartvorrichtung sitzende Satellit abgestoĂen. Nachdem der Satellit sich aus dem Schwenkbereich der Oberstufe entfernt hatte, wurde diese wiederum neu ausgerichtet und stieĂ die Doppelstartvorrichtung ab. Einige Minuten spĂ€ter wurde die Oberstufe nochmals ausgerichtet und stieĂ den zweiten, meist kleineren und leichteren Satelliten ab.
Die erreichte geostationĂ€re Transferbahn hatte normalerweise bei der Ariane 5 GS eine geplante Höhe von etwa 570â35890 km und eine Neigung von 7°. Jedoch war auch eine Abweichung von ± 10 km beim PerigĂ€um und ± ca. 80â100 km im ApogĂ€um und ± 0,5° Bahnneigung noch erlaubt. Die Ariane 5 schaffte es meistens, die geplanten Bahnhöhen bis auf wenige km genau zu erreichen und die Bahnneigung zum Ăquator auf nur wenige hundertstel bis zehntel Grad.
Die geostationĂ€re Transferbahn mit der höchsten Nutzlast hatte bei der Ariane 5 ECA ungefĂ€hr eine geplante Höhe von etwa 250â35890 km und eine Bahnneigung von 7°. Weil jedoch bei vielen Starts die Nutzlast nicht die volle NutzlastkapazitĂ€t der Ariane 5 ECA ausnutzte, wurde die noch zur VerfĂŒgung stehende KapazitĂ€t dazu genutzt, um einen GTO mit weniger als 7° Neigung anzufliegen (hinunter bis zu 2°). Von diesem aus benötigen Satelliten weniger Treibstoff, um die geostationĂ€re Umlaufbahn zu erreichen. Das kommt ihrer Lebensdauer zugute. Wie bei der Ariane 5 GS war auch bei der Ariane 5 ECA eine Abweichung von ± 10 km beim PerigĂ€um und ± ca. 80â100 km im ApogĂ€um und ± 0,5° Bahnneigung erlaubt. Auch die Ariane 5 ECA schaffte es meist, die geplanten Bahnhöhen bis auf wenige Kilometer genau zu erreichen und die Bahnneigung zum Ăquator auf nur wenige hundertstel bis zehntel Grad.
Starts
Siehe auch
:
Liste der Ariane-5-Raketenstarts
Die Ariane 5 war von 1996 bis 2023 im Einsatz. In den ersten Jahren wurde sie parallel zu der Àlteren Ariane 4 verwendet. Nach dem letzten Start der Ariane 4 am 15. Februar 2003 war die Ariane 5 bis zum Start der Vega 2012 die einzige aktive TrÀgerrakete Europas. Ihr erster erfolgreicher Start erfolgte am 30. Oktober 1997. Die meisten Nutzlasten waren Kommunikationssatelliten, die in geostationÀre Transferbahnen abgesetzt wurden.
Fehlgeschlagener Erstflug
â
Hauptartikel
:
Ariane V88
Die Ariane 5 startete am 4. Juni 1996 zu ihrem Erstflug V88 mit den vier Cluster-Satelliten als Nutzlast. Nach 37 Sekunden stellte sich die Rakete plötzlich quer, brach durch die LuftkrĂ€fte auseinander und sprengte sich selbst. Dabei kamen keine Menschen ums Leben, doch der materielle Schaden belief sich auf etwa 370 Millionen US-Dollar. VerkĂŒrzte Darstellungen nennen den Fehlstart einen der teuersten Softwarefehler der Geschichte.
In der Untersuchung wurden jedoch mehrere Fehler auch im Entwicklungsprozess gefunden, von denen jeder einzelne, wĂ€re er nicht gemacht worden, den Verlust verhindert hĂ€tte. So stellte sich heraus, dass Teile der Software von der Ariane 4 ĂŒbernommen worden waren, ohne die GĂŒltigkeit der Anforderungen zu ĂŒberprĂŒfen und ohne das System zu testen. Es handelte sich um Code zur Kalibrierung der TrĂ€gheitsnavigationsplattformen vor dem Start. Das Weiterlaufen nach dem Start fĂŒr 40 Sekunden verhalf dem System bei Ariane 4 zu schnellerer VerfĂŒgbarkeit nach Unterbrechungen der Startprozedur, war aber fĂŒr Ariane 5 ĂŒberhaupt unnötig, jedenfalls zu lang bemessen. Da Ariane 5 sich dynamischer bewegen konnte, nahm die FehlerschĂ€tzung der Odometrie schneller zu, was einen Ăberlauf verursachte, fĂŒr den eine angemessene Ausnahmebehandlung als nicht notwendig erachtet worden war. Die unbehandelte Ausnahme fĂŒhrte anforderungsgemÀà in einen Zustand, in dem weder Sensorsignale noch weiterhin korrekt berechnete Lagedaten an den Steuerungsrechner weitergeleitet wurden.
Weitere FehlschlÀge
Abgesehen vom Erststart gab es einen weiteren Fehlschlag und drei Teilerfolge; dabei schlug zwischen dem 11. Dezember 2002 und dem 25. Januar 2018 keine Mission fehl.
| SerienÂnummer | Typ | Startdatum ( UTC ) | Nutzlasten | Grund |
|---|---|---|---|---|
| V-88 | 5 G | 4. Juni 1996, 12:34 Uhr | 4 Cluster -Satelliten | 36 s nach dem Start kam die Rakete bedingt durch einen Softwarefehler vom Kurs ab. Sie sprengte sich bei 37,3 s. |
| V-101 | 5 G | 30. Okt. 1997, 13:43 Uhr | Maqsat-H, TEAMSAT, YES , Maqsat-B | Orbit zu niedrig durch Minderleistung der Unterstufe |
| V-142 | 5 G | 12. Juli 2001, 22:58 Uhr | Artemis , BSAT-2b | Orbit zu niedrig durch Minderleistung der Oberstufe |
| V-157 | 5 ECA | 11. Dez. 2002, 22:22 Uhr | Hot Bird 7 , STENTOR | Absturz auf Grund von Fehler im Haupttriebwerk |
| VA-241 | 5 ECA | 25. Jan. 2018, 22:20 Uhr | SES-14/GOLD , Al Yah 3 | Orbit mit zu hoher Inklination durch falsche Startrichtung |
Beim Start in der Nacht vom 25. auf 26. Januar 2018 vom Weltraumbahnhof Kourou ging die Kommunikation zur Rakete wenige Sekunden nach dem ZĂŒnden der Oberstufe verloren.cite-ref-38[34]
Bedeutende Nutzlasten und Höchstleistungen
Am 28. Februar 2002 startete eine Ariane 5 G den 8,2 Tonnen schweren Umweltsatelliten Envisat der ESA in eine sonnensynchrone Umlaufbahn.
Am 14. Mai 2009 startete eine Ariane 5 ECA die Weltraumteleskope Herschel und Planck in eine hochexzentrische Umlaufbahn zwischen 270 und 1.197.080 km Höhe, die 5,99° zum Ăquator geneigt ist. Vom erdfernsten Punkt dieser Umlaufbahn manövrierten sich die Teleskope in ihre Umlaufbahnen um den Lagrange-Punkt L2.cite-ref-39[35]
Am 1. Juli 2009 startete eine Ariane 5 ECA den mit 6,9 Tonnen bis dahin schwersten zivilen Kommunikationssatelliten TerreStar 1 in eine geostationÀre Transferbahn.
Am 20. Oktober 2018 startete eine Ariane 5 ECA die Raumsonde BepiColombo zum Merkur.
Am 25. Dezember 2021 startete eine Ariane 5 ECA das James-Webb-Weltraumteleskop zum Lagrange-Punkt L2. Durch die akkurate Flugbahn konnte genĂŒgend Treibstoff eingespart werden, um die Betriebsdauer des Teleskops auf zwanzig Jahre verdoppeln zu können, weil weniger Kurs-Korrekturen anfallen. Eric Berger, Weltraumkorrespondent des Magazins Ars Technica, schreibt diesen Erfolg der Sorgfalt der Ingenieure der Ariane 5 zu.cite-ref-42[38]
Literatur
⹠William Huon: Ariane, une épopée européenne. ETAI 2007, ISBN 978-2-7268-8709-7.
âą Andrew Wilson: ESA Achievements, 3rd edition. ESA Publications Division, Noordwijk 2005, ISSN 0250-1589.
⹠Bernd Leitenberger: EuropÀische TrÀgerraketen, Band 2: Ariane 5 und Vega, Norderstedt 2010, ISBN 978-3-8391-0165-0.
âą Ariane 5. In: Bernd Leitenberger: Internationale TrĂ€gerraketen: Die TrĂ€gerraketen Russlands, Asiens und Europas, Edition Raumfahrt, 2016, ISBN 978-3-7386-5252-9, S. 334â359.
⹠Bernd Leitenberger: EuropÀische TrÀgerraketen 2: Ariane 5, 6 und Vega, Edition Raumfahrt, 2. Auflage von 2015, ISBN 978-3-7386-4296-4.
Weblinks
Commons
: Ariane 5
â Sammlung von Bildern und Videos
âą ESA: Ariane 5 (englisch)
âą Astrium: Ariane 5. (Memento vom 1. November 2013 im Internet Archive) In: astrium.eads.net, Astrium Bremen
âą Arianespace: Ariane 5 (englisch)
âą Arianespace Missions Archive (englisch)
âą Bericht ĂŒber den misslungenen ersten Start der neuen Ariane 5 ECA
âą Bernd Leitenberger: Die Ariane 5
âą Ariane Launch kits der Herstellerfirma Astrium (englisch)
âą Ariane 5 â Flight 128 â Arianespace e-space Newsletter April 2000 (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive; PDF; 708 kB) (enthĂ€lt u. a. eine Beschreibung der verschiedenen Nutzlastverkleidungen und Doppelstartvorrichtungen)
âą Ariane 5 Userâs Manual (PDF; 13,7 MB)
⹠CAPCOM ESPACE: ARIANE 5 (französisch)
⹠CAPCOM ESPACE: ARIANE 5 E/CA (französisch)
âą ESA Deutschland: Die Versionen der Ariane 5
âą Tabelle des DLR (Januar 2014) Ariane 5 Versionen (PDF; 1,3 MB)
Einzelnachweise
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cite-note-heise-230704-26. Markus Will: Zahlen, bitte! Ariane 5 â die europĂ€ische Schwerlastrakete und ihre letzte Reise. In: heise.de. Heise Gruppe, 4. Juli 2023, abgerufen am 6. Juli 2023 (deutsch, Hinweis: Tippfehler vom Autor des Heise-Artikels; die Anzahl der Gesamtstarts der Ariane 5 wurde im FlieĂtext mit 115 angegeben, obwohl in der Tabelle des Artikels durch das Summieren der Raketenstarts 117 ergeben.).
cite-note-faz-230705-37. Ulf von Rauchhaupt: Requiem fĂŒr eine Rakete. Ariane 5 startet letztes Mal. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). 5. Juli 2023, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 6. Juli 2023]).
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cite-note-4238. â Eric Berger: All hail the Ariane 5 rocket, which doubled the Webb telescopeâs lifetime. In: arstechnica.com. Ars Technica, 10. Januar 2022, abgerufen am 11. Januar 2022 (amerikanisches Englisch).